Donnerstag, 7. Juni 2012

Alle schlechten Dinge sind drei

Erdbeben Nummer 1.
Irgendwann Anfang Mai.
Um vier Uhr morgens wache ich davon auf, dass die Erde bebt. Es war ein heftiges Beben, aber ein sehr kurzes und so konnte ich zum Glück schnell wieder einschlafen. Wie immer nach einem Beben interessiert mich auch dieses Mal die Stärke und ich schaue im Internet nach - 3,9 auf der Richterskala, das Epizentrum befand sich direkt in Arequipa. Wenn sich so eine 3,9 anfühlt, deren Epizentrum direkt hier ist, wie schlimm ist erst ein stärkeres Beben?

Erdbeben Nummer 2.
Irgendwann Mitte Mai.
Erneut wache ich von einem Erdbeben auf. Dieses Mal ist es jedoch anders, dieses Mal ist es stärker und auch die Bewegungen sind anders, tiefergreifend. Es ist auch viel lauter und wird begleitet von klirrenden Fensterscheiben, einem hörbar wackelndem Haus und einem tiefen Rumpeln, das direkt aus der Erde zu kommen scheint. Und es hört und hört nicht auf. Was mache ich? Vielleicht sollte ich aufstehen und nach draußen ins Sichere gehen, aber ich liege wie gelähmt im Bett und kann nur darauf hoffen, dass es doch bitte bald vorbei geht. Das tut es dann auch. Ein Blick auf das Handy - 5.05. Dieses Mal kann ich nicht so gut einschlafen. Am nächsten Tag sind sie alle aufgeregt, weil man dieses Beben unmöglich überschlafen konnte. Hatte es doch eine Stärke von 6,2 auf der Richterskala. Auch wenn das Epizentrum sich ca. 300 km weiter südlich in der Nähe der chilenischen Grenze befand, hier in Arequipa konnte man es doch mehr als nur deutlich spüren.

Erdbeben Nummer 3.
Heute.
Wir sind gerade am Vormittag im Zentrum, um verschiedene Sachen zu erledigen, und stehen in einer Apotheke. Ich unterhalte mich gerade mit der Verkäuferin, als sich die Erde plötzlich bewegt. Sie schaut mich erschrocken an und fragt: "Temblor?" (Erdbeben?). Ich schaue auf die Flaschen, die auf dem Tisch stehen, die sich bewegen, und stimme ihr dann zu. Einige Sekunden warten wir noch, vielleicht geht es wieder vorbei, dann flüchten wir nach draußen. Diese sind innerhalb weniger Sekunden voller Menschen, die alle aus den Häusern und den Geschäften nach draußen fliehen, um in Sicherheit zu sein. Gelegentlich ruft jemand "Sigue!" (es geht weiter), als ob man das nicht mitbekommen würde. Schließlich ist es jedoch vorbei und das Leben geht nahtlos dort weiter, wo es vorher aufgehört hat. Aber einen Schrecken haben sie alle bekommen. Die Gespräche drehen sich um das Erdbeben, ein Freund schickt mir eine SMS, ob alles in Ordnung ist, und im Radio reden sie nur noch über Erdbeben, weshalb ich noch auf der Rückfahrt in die Aldea erfahre, dass es ein Beben der Stärke 6,1 war und sich das Epizentrum ungefähr 100 km weiter nördlich befand. Und es ist meines Wissens auch nichts wirklich Schlimmes passiert, aber es bleibt eben doch im Kopf.

Ich hasse Erdbeben einfach.

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