Freitag, 14. Oktober 2011

Ehrfurcht

Nichtsahnend liege ich im Bett, höre Musik, schreibe eine Nachricht, faulenze ein wenig und da passiert es. Mein Bett fängt an zu wackeln. Es ist nicht das erste Mal, aber es ist das erste Mal, dass es so stark ist. Es wackelt und wackelt und ich merke, wie der Fußboden bebt, wie das Haus bebt, wie die Erde bebt. Es hört nicht auf, wird nur langsam schwächer. Minuten später glaube ich, ein kleines Nachbeben zu spüren.Vielleicht ist es auch nur Einbildung. Mein Puls rast, ich bin angespannt, ja, ich habe Furcht, große Furcht. Ehrfurcht.
Mein erstes stärkeres Erdbeben.
Es ist furchteinflößend und ich hoffe, das nicht noch einmal so erleben zu müssen oder gar noch stärker.
Ich weiß, Peru ist ein Erdbebengebiet und ich wusste, ich werde es früher oder später erleben. Aber darauf vorbereitet war ich trotzdem nicht.
Denn die Erde, der Boden, das ist doch etwas Stabiles, etwas Festes, etwas, auf das man sich verlassen kann. So sollte es sein, so muss es sein, es darf nicht anders sein. Und dass es eben doch anders ist, das muss noch in meinen Kopf. Aber eigentlich will ich das gar nicht.
Denn der Schrecken sitzt immer noch in meinen Gliedern.

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